NATURDENKMAL Geldkopf zwischen Rainrod und Eifa: Ob der Name dieser Felsformation auf einen Schatz hinweist?

Das Geotop und Naturdenkmal „Geldkopf“ liegt inmitten von herrlichem Buchenmischwald nahe der Hardtmühle an der Ostflanke auf etwa 410 Metern Höhe. Hessen Forst hat diese wertvolle Waldfläche aus der Nutzung genommen, so dass sich der Wald frei entfalten kann. Ob dort ein Schatz verborgen liegt, ist nicht bekannt. Es sind wahrscheinlich die Sandsteineinschlüsse, die dem Kopf seinen Namen gaben, weil sie an Münzen erinnern. Diese „Münzen“ entstammen dem unteren Buntsandstein, der sich über Millionen Jahre aus abgelagerten Sedimenten gebildet hat und auf etwa 250 Millionen Jahre datiert wird.

Damals herrschte ein tropisches Klima mit vielen Niederschlägen und die Gegend war von flachen Flüssen durchzogen, die große Seenlandschaften bildeten. Zum gleichen Höhenzug zwischen Wannbach und Eifa gehören noch der Hardtkopf (387 mü. NN) und der Lichtestein (422 mü.NN). Alle Erhebungen sind aus Basanit, wie auf der geologischen Karte erkennbar ist, sind also vulkanischen Ursprungs. Die Entstehungszeit wird in die zweite vulkanische Phase eingestuft. Die Magmen stiegen durch die Sandsteinbruchzonen auf, da die Sandsteinschollen sehr klüftig waren. Somit hat der Geldkopf ein Alter von ungefähr 16 Millionen Jahren.

Formationen mit der Endung -kopf liest man häufiger: In der Bevölkerung wurden seit jeher eindrucksvoll aus dem Bodenrelief herausragende Felsblöcke als Kopf bezeichnet. Man findet im Gestein des Geldkopfes zahlreiche Einsprenglinge von Peridotit mit einem hohen Olivingehalt, also Erdmantelgestein aus rund 60 Kilometern Tiefe. Olivin kommt selten an der Erdoberfläche vor und wird vielleicht zukünftig noch sehr gefragt sein wegen seiner Eigenschaft Kohlendioxid zu speichern.

Nach der vulkanischen Phase wurde das Klima trockener und gemäßigter, es setzte eine flächenhafte Abtragung und dadurch eine starke Verwitterung ein. Dadurch wirken die drei Felsrippen, die über 20 Meter hoch emporragen, sehr schroff. Im Vergleich zu anderen Geotopen sind die Säulen mit 5 – 10 Zentimetern Durchmesser dünn und geben daher Frost, Wind und Niederschlag gute Angriffsfläche, sodass das Geotop sein Aussehen – zumindest in großen Zeiträumen gesehen – verändern wird.

Übrigens vermuten die Herren Knappe, Stein und Stephan – Autoren des historischen Ortslexikons „lagis-hessen.de“ – dass es im Mittelalter auf dieser Felsformation eine kleine Burganlage gegeben haben könnte, es seien dort Reste dieser Wehranlage gefunden worden.

Geldwert waren für die Einwohner der benachbarten Dörfer mit Sicherheit die Steine am Fuße des Geldkopfes Richtung Eifa: Zum Bauen von Fundamenten waren diese aufgrund ihrer Härte viel besser geeignet als der weichere Sandstein aus der Umgebung. Das Hessische Landesamt für Geologie weist in seinem Buch „Geotope im Vogelsberg (2009)“ darauf hin, dass der Geldkopf mit einer Grundfläche von 200 x 250 Metern das größte zusammenhängende Basanitvorkommen im nordöstlichen Vogelsberg ist.

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