Ost-Ausschuss fordert weitere EU-Integration in Südosteuropa

  • Vorsitzender Oliver Hermes: EU-Beitrittsprozess braucht neuen Schwung
  • Ost-Ausschuss legt zwei neue Positionspapiere für die Region vor
  • Regionale Zusammenarbeit bei Digitalisierung, Green Deal, Aus- und Weiterbildung sowie Corona-Bekämpfung ausbauen

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht heute und morgen Südosteuropa. Mit zwei neuen Positionspapieren für Südosteuropa und die Länder des Westlichen Balkans richtet der Ost‑Ausschuss der Deutschen Wirtschaft den Fokus auf diese zu wenig beachtete Region. In Südosteuropa leben über 50 Millionen Menschen in insgesamt zehn Ländern. Von diesen sind vier bereits Mitglied der Europäischen Union (EU), während sich die sechs Länder des Westlichen Balkans derzeit in Wartestellung befinden.

„Die EU-Länder Slowenien, Bulgarien, Rumänien und Kroatien profitieren von der Mitgliedschaft und haben sich eindrucksvoll entwickelt“, betont der Vorsitzende des Ost‑Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Vorstandsvorsitzende und CEO der Wilo Gruppe Oliver Hermes. „Deutsche Unternehmen haben in diesen vier Ländern fast 20 Milliarden Euro investiert und dabei über 400.000 Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig hat sich unser jährlicher Export dorthin in den vergangenen zehn Jahren auf 30 Milliarden Euro verdoppelt, was in Deutschland zehntausende Arbeitsplätze sichert.“ Ermutigend sei, dass nach dem schweren Corona-Jahr 2020 der Warenaustausch mit der Region wieder ins Rollen gekommen sei. „Der deutsche Handel mit den zehn Ländern Südosteuropas kletterte in den ersten sechs Monaten um 24 Prozent auf insgesamt 37 Milliarden Euro und dürfte im Gesamtjahr 2021 einen neuen Rekord markieren.“

Angesichts dieser positiven Bilanz fordert der Ost-Ausschuss neuen Schwung im EU‑Integrationsprozess mit den übrigen sechs Ländern der Region. „Es ist ein Trauerspiel, dass der 2020 beschlossene Beginn der Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien auf sich warten lässt, weil einzelne EU-Mitglieder diese blockieren“, sagt Hermes. „Damit droht die EU in der Region an Glaubwürdigkeit als verlässlicher Partner zu verlieren.“

Schlüsselfaktoren: Infrastruktur und Bildung

In den zwei Positionspapieren, die heute vorgestellt wurden, beschreibt der Ost-Ausschuss die Voraussetzungen für eine beschleunigte wirtschaftliche Modernisierung und die Chancen für die deutsche Wirtschaft in Südosteuropa. „Das Potenzial der Region liegt in ihrer Vielfalt. Erneuerbare Energien, Softwareentwicklung und Digitalisierung, Metallverarbeitung, Tourismus, Agrar- und Ernährungswirtschaft – dies sind alles Branchen mit enormem Potenzial“, erläutert Hermes. „Schlüsselfaktoren für Wachstum sind eine moderne, grenzüberschreitende Infrastruktur, ein praxisnahes Bildungssystem, sowie transparente, schlanke Entscheidungsprozesse und Verwaltungsstrukturen.“ Darüber hinaus sei es entscheidend, dass die Länder ihre regionale Kooperation intensivierten und beispielsweise in den Aufbau von grenzüberschreitenden Industrieclustern investierten.

„Die Beteiligung der Länder des Westlichen Balkans an der Freihandelszone CEFTA war ein wichtiger Schritt, der die Attraktivität der Region gesteigert hat. Der nächste Schritt muss jetzt die beschleunigte Annäherung und weitere Integration in den EU-Binnenmarkt und seine Regeln und Standards sein“, betont Thomas Narbeshuber, Sprecher des Ost‑Ausschuss-Länderarbeitskreises Südosteuropa und Vice President der BASF für diese Region. Einen wichtigen Impuls könne dazu auch der Green Deal der EU geben. „Die Region Südosteuropa hat gute Voraussetzungen zu einem Exporteur von grüner Energie in die westlichen EU-Länder zu werden. Sonne, Wind und Wasser – alles ist hier ausreichend vorhanden.“

Der Ost-Ausschuss setzt sich gezielt für die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit in Südosteuropa ein. So engagiert sich der Verband im Rahmen der jährlichen Digital Summits für eine koordinierte, grenzüberschreitende Digitalisierung der Länder des Westlichen Balkans. Und mit Hilfe des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft erhielten seit 2003 bereits über 830 Studierende und Graduierte aus der ganzen Region die Chance für Betriebspraktika in deutschen Unternehmen. Die Stipendiaten des Programms, die aus allen sechs Nicht-EU-Ländern der Region sowie aus Kroatien stammen, bleiben nach ihrer Rückkehr in die Heimat eng mit der deutschen Wirtschaft und untereinander vernetzt und leben so regionale und internationale Kooperation praktisch vor. Mehr Informationen zu diesem Programm finden Sie hier.

Die beiden Positionspapiere zu Südosteuropa und den Ländern des Westlichen Balkans sowie weitere Unterlagen zum Handel und zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region stehen auf der Webseite des Ost-Ausschusses bereit: www.ost-ausschuss.de

Über Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (gegründet 1952) fördert die deutsche Wirtschaft in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel steht insgesamt für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Außenhandels und ist damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Der Ost-Ausschuss hat rund 350 Mitgliedsunternehmen und -verbände und wird von sechs Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft – BDI, BGA, Bankenverband, DIHK, GDV und ZDH – getragen.

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