Brandschutzerziehung ohne Barrieren

Feuer und Rauch machen keinen Unterschied, es ist ganz egal, wer sich da gerade im Raum befindet. Umso wichtiger ist es, dass jeder Mensch im Ernstfall weiß, wie er sich schützen kann. Genau hier setzt die Brandschutzerziehung an, die bei Menschen mit Behinderung besondere pädagogische Fähigkeiten und Methoden erfordert. Um die ehrenamtlichen Brandschutzerzieher des Vogelsbergkreises auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten, fand am vergangenen Samstag in Alsfeld eine besondere Premiere statt.

Erstmals bot der Landkreis ein spezifisches Seminar zur Brandschutzerziehung für Menschen mit Behinderung an. Für diesen Fachvortrag wurde Carina Herwig engagiert, die in ihrer Person zwei entscheidende Kompetenzen vereint: Als Gruppenführerin bei der Freiwilligen Feuerwehr Homberg (Efze) kennt sie die feuerwehrtechnische Praxis, als Förderschullehrerin weiß sie genau, wie Wissen alters- und behinderungsgerecht vermittelt wird.

Im Fokus des Tages stand die Frage, wie man die Zielgruppe bestmöglich erreicht. Herwig holte die Teilnehmer zunächst bei den Grundlagen ab und klärte, was der Begriff der Behinderung eigentlich umfasst und in welche Arten unterschieden wird. Davon ausgehend erarbeitete die Gruppe gemeinsam die konkreten Ziele der Aufklärungsarbeit. Ein zentraler Punkt war dabei der Schritt aus der Feuerwehr heraus in die Lebenswelt der Betroffenen. Die Referentin besprach mit den Teilnehmern konkrete Wege, wie man als ehrenamtlicher Brandschutzerzieher erfolgreich Kontakt zu Personen, Wohnheimen oder Förderschulen knüpft.

Wenn der Kontakt steht, beginnt die eigentliche Arbeit vor Ort. Carina Herwig schilderte, worauf bei Veranstaltungen in Einrichtungen besonders zu achten ist. Dabei blieb es nicht bei grauer Theorie. Sie stellte handfeste Gegenstände und erprobte Methoden vor, mit denen sich komplexe Sicherheitsthemen für Menschen mit Behinderung greifbar und verständlich transportieren lassen.

Kreisbrandmeister Andreas Leinweber nutzte den Rahmen der Veranstaltung, um der Brandschutzkoordinatorin Sarah Kuhla für die Idee zu diesem Format sowie für die reibungslose Organisation zu danken. Dass dieser erste Aufschlag ein voller Erfolg war, bewies die abschließende Rückmeldung der Teilnehmer. Die ehrenamtlichen Brandschutzerzieher zeigten sich begeistert von der praxisnahen Ausrichtung und lobten das kurzweilige Format. Sie formulierten am Ende des Tages den deutlichen Wunsch, in Zukunft weitere derartige Seminarangebote des Landkreises wahrnehmen zu können.

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