Bode-Museum | Der zweite Blick: Frauen | geplant ab 29.10.2021

 

AUSSTELLUNGSVORSCHAU online: www.smb.museum/presse/pressemitteilungen/detail/
Museumsinsel Berlin, Bode-Museum
Am Kupfergraben, 10117 Berlin
Sonderöffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr

Der zweite Blick: Frauen
geplant ab 29. Oktober 2021
Eine Ausstellungsreihe der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

Mit der integrierten Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“ werden Besucher*innen dazu eingeladen sich mit aktuellen, gesellschaftsrelevanten Themen in der Dauerausstellung des Bode-Museums auseinanderzusetzen. Auf sechs thematischen Routen wird dazu angeregt einen „zweiten Blick“ auf 62 Objekte der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst zu wagen und diese dadurch neu und anders zu entdecken.

Die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst umfassen 1.500 Jahre europäischer Kunst- und Kulturgeschichte. Die Bestände eignen sich daher besonders gut dazu, den Besucher*innen einen kritischen „zweiten Blick“ auf die Vergangenheit und Gegenwart Europas und Berlins zu ermöglichen. Gerade das Bode-Museum ist mit seinem bedeutenden Skulpturenbestand vor allem ein Museum, das menschliche Körper, ihre Identitäten und letztlich ihre bildnerische Darstellung thematisiert. Keine andere Kunstgattung bildet den Menschen in seiner physischen Erscheinung, seiner körperlichen Präsenz und seinem individuellen Aussehen so ab, wie die Skulptur.

„Frauen“ bildet den zweiten Schwerpunkt der mehrteiligen Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“. Anhand der Objekte und der Vergegenwärtigung der jeweils abgebildeten Persönlichkeit können die Besucher*innen sich mit der Rolle der Frau in der Geschichte, ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft und der künstlerischen Umsetzung der auf Frauen bezogenen Bildthemen auseinandersetzen. Welche Geschichten stehen hinter den Objekten, die Frauen darstellen? Wer waren diese Frauen? Warum und wie werden sie im Museum präsentiert? Eine Brücke zur Gegenwart und den zeitgenössischen Diskursen schlägt schließlich die Frage: Was verbindet sie mit den Berlinerinnen von heute?

Die bislang ignorierten und unsichtbaren Perspektiven von Frauen, ihre Geschichten und Leistungen bilden bis heute eine eklatante Leerstelle im Bode-Museum wie auch in vielen anderen „Alte Meister“-Sammlungen. Dabei ist der Anteil von Frauen in der europäischen Kulturgeschichte wesentlich größer als allgemein bekannt ist. Ziel der Ausstellung ist es, Frauen, ihr Wirken und ihre Lebenswege sichtbar zu machen und sie in den öffentlichen Museumsnarrativen zu verankern.

Mithilfe von deutschen und englischen Infoblättern können Besucher*innen sechs thematische Routen durch das gesamte Bode-Museum wählen: Die ersten drei Routen führen zu Darstellungen von Frauen in historischen Objekten. Route 1 zeigt die Frauen der europäischen Geschichte, Route 2 widmet sich Frauen aus biblischen und christlichen Erzählungen, Route 3 hat Frauen der griechisch-römischen Mythologie im Fokus. Die vierte Route befasst sich mit Männern und die Gleichberechtigung der Geschlechter. Die fünfte Route thematisiert die (fehlenden) Künstlerinnen der Sammlung. Route 6 führt entlang einer mehrteiligen Video-Reihe: Zu sehen sind besondere Berlinerinnen, die unsere Gesellschaft aktuell mitgestalten, darunter die Bundeswehroffizierin Anastasia Biefang, die Rabbinerin Gesa Shira Ederberg, die Krankenschwester Angelika Müller, Unternehmerin und Model Sara Nuru, die Professorin Mira Sievers, die Ärztin Jenny de la Torre oder die Choreografin und Tänzerin Sasha Waltz. Inspiriert von persönlich ausgewählten Werken der Sammlung, erzählen sie über das Frausein in der heutigen Zeit.

Der Bezug zur Gegenwart und zeitgenössischen Diskursen wird außerdem in der Kooperation mit dem Frauentreff Olga, einer Anlauf- und Beratungsstelle für drogenkonsumierende Frauen, Trans*Frauen und Sexarbeiter*innen hergestellt. Im Rahmen der Ausstellung präsentiert die Initiative Fotoarbeiten, die von Straßensexarbeiter*innen aufgenommen wurden. Diese gesellschaftlich stigmatisierte Gruppe kommt im öffentlichen Diskurs viel zu selten selbst zu Wort. Das Projekt ermöglicht einen Blickwechsel und ergänzt die Wahrnehmung heterogener Lebenswege von Frauen.

„Frauen“ ist der zweite Teil der integrierten Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“ und ergänzt deren erste Ausgabe „Spielarten der Liebe“, die 2019 startete und parallel ebenfalls zu sehen ist. „Der zweite Blick: Frauen“ wird von María López-Fanjul y Díez del Corral kuratiert und von der Friede-Springer-Stiftung und von Museum & Location gefördert.

Der deutsch- und englischsprachige Onlinekatalog steht zum Start der Ausstellung kostenfrei zur Verfügung: http://www.smb.museum/derzweiteblick

Coronabedingt kann sich die Laufzeit der Ausstellung kurzfristig ändern. Wir informieren Sie aktuell über www.smb.museum

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