„Ein leistungsfähiger Wasserstoffmarkt ist der Push für die Energiewende“

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  • Technologieoffene Energiepolitik essenziell für schnellen Marktaufbau
  • Fortschritte bei eigenen Wasserstoff-Projekten der Wintershall Dea
  • Deutschland muss aufholen: Dänemark, Norwegen und Niederlande beim Thema CCS weiter

Deutschland befindet sich im Wahlkampf, aber die großen Parteien sind sich in einem Punkt einig: Alle sprechen sich für einen Wasserstoffmarkt aus. „Gut, dass auch die Politik die künftige Rolle von Wasserstoff anerkennt. Aber wir dürfen nicht nur auf Deutschland schauen: Wir müssenjetzt einen Wasserstoffmarktaufbauen – in Deutschland, Europa und weltweit“, sagt Mario Mehren, CEO von Wintershall Dea, auf dem BDEW-Kongress am 15. September in Berlin. Ein solcher Markt entstehe durch Angebot und Nachfrage. „Wir haben hier ein Henne-Ei-Problem: Ohne Markt keine Wasserstoff-Produktion, ohne ausreichende Mengen keine Umstellung der Industrie auf neue Technologien.“ Mehren ist überzeugt, dass ein leistungsfähiger Wasserstoffmarkt der Energiewende den entscheidenden Push geben kann

„Der Aufbau eines Wasserstoffmarktes ist ein riesiges Projekt: Energiewirtschaft und Industrie stehen vor einem Wandel mit großen Investitionen.  Wasserstoff kann künftig den Koks in der Stahlindustrie ersetzen, das Kerosin in Flugzeugen, das Schweröl in Schiffen, den Diesel in Lastwagen. Zudem müssen Teile der Gasinfrastruktur umgebaut werden. Für diese Veränderungen bedarf es verlässlicher Rahmenbedingungen.“, so Mehren. „Damit wir hier erfolgreich sein können, benötigen wir einen technologieoffenen Ansatz, der alle Formen der klimaschonenden Wasserstoffproduktion einschließt. Solange Wasserstoff aus erneuerbaren Energien nicht in ausreichenden Mengen und zu attraktiven Preisen zur Verfügung steht, brauchen wir für den zügigen Marktaufbau auch Wasserstoff aus Erdgas. Ich bin überzeugt: Langfristig wird von einem entwickelten Markt grüner Wasserstoff profitieren.“

Fokus auf klimaschonenden Wasserstoff auf Erdgasbasis

Wintershall Dea treibt die Energiewende mit blauem und türkisem Wasserstoff auf Erdgasbasis voran. Gemeinsam mit der VNG plant das Unternehmen den Bau einer Anlage zur Herstellung von türkisem Wasserstoff. Dabei soll das von dem englischen Start-Up HiiROC, in das beide Unternehmen investiert haben, angewandte Verfahren der Methanpyrolyse 2023 zum Einsatz kommen. Zudem forscht das Unternehmen seit einigen Jahren gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ebenfalls an der Methanpyrolyse. Bei diesem Verfahren zur Wasserstoffherstellung fällt CO2 als Feststoff an, der im Anschluss als industrieller Rohstoff genutzt werden kann.

Deutschland sollte Dialog zum Thema CO2-Speicherung (CCS) starten

Diverse internationale Studien haben es in den letzten Monaten aufgezeigt: Der Einsatz von CCS (Carbon Capture & Storage) ist unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. So stellte der Weltklimarat klar, dass das 1,5-Grad-Ziel nur noch unter Einsatz von CCS erreichbar ist. Mit CCS lassen sich unvermeidbare Emissionen aus dem Industriesektor (Stahl-, Chemie- oder Zementindustrie) sicher auffangen und langfristig lagern.

„Wir dürfen in Deutschland die Möglichkeiten von offshore CCS nicht einfach ungenutzt liegen lassen. Länder wie Norwegen, Dänemark, Niederlande sind bei CCS schon weiter und haben die technischen und rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen“, sagt Mario Mehren in Berlin. „In Deutschland sollten wir einen ergebnisoffenen, konstruktiven und transparenten Dialog zu CCS beginnen: Was machen wir perspektivisch mit dem Rest-CO2 aus der Schwerindustrie, wenn es nicht in die Atmosphäre entweichen soll? Wie wollen wir Klimaziele schnell und bezahlbar erreichen, ohne die sichere und verlässliche offshore Speicherung von CO2? Wir von Wintershall Dea stehen bereit, um unser Wissen und unsere Expertise konstruktiv einzubringen.“

Wintershall Dea ist Konsortialpartner im CCS-Projekt Greensand in der dänischen Nordsee. In der geplanten Pilot-Projektphase möchte das Konsortium aufzeigen, dass CO2 in der Offshore-Lagerstätte Nini West kosteneffizient und umweltverträglich gespeichert werden kann. In Dänemark profitiert CCS bedeutend von politischem Rückenwind. Das dänische Parlament bewertet die Technologie als unverzichtbare Methode für die Umsetzung der nationalen Emissionsziele. „Project Greensand könnte die im dänischen Klimaprogramm angestrebten CO2-Speicher-Kapazitäten vollständig zur Verfügung stellen“, erklärt Wintershall Dea CTO Hugo Dijkgraaf. „Mit diesem CCS-Projekt lassen sich unvermeidliche Industrieemissionen sicher speichern. Damit ermöglichen wir der europäischen Industrie eine saubere und erfolgreiche Zukunft und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Weitere Informationen finden Sie hier:

Projekt Greensand: Offshore CCS ab 2025 möglich

Wintershall Dea und VNG investieren gemeinsam in Wasserstoff Pilotprojekt

Positionspapier: CCS – En Wegbereiter für die Vision Net Zero

Wie Wasserstoff der europäischen Energiewende neuen Schwung verleihen kann | Wintershall Dea A

Über die Wintershall Dea GmbH

Wintershall Dea ist Europas führendes unabhängiges Erdgas- und Erdölunternehmen mit mehr als 120 Jahren Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert in 13 Ländern weltweit Gas und Öl auf effiziente und verantwortungsvolle Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv. Mehr in unserem Geschäftsbericht.

Als europäisches Gas- und Ölunternehmen unterstützen wir das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dafür haben wir uns anspruchsvolle Ziele gesetzt: Bis 2030 wollen wir die Treibhausgasemissionen der Kategorien Scope 1 und 2 in allen unseren eigenoperierten und nicht eigenoperierten Explorations- und Produktionsaktivitäten in Höhe unseres Anteils auf netto null reduzieren. Zudem will Wintershall Dea die eigene Methanintensität bis 2025 auf unter 0,1 Prozent senken und weiterhin das routinemäßige Abfackeln von Begleitgas komplett vermeiden. Die Klimaziele sollen durch Portfoliooptimierung, Emissionsreduzierung durch mehr Energieeffizienz, Investitionen in naturbasierte Ausgleichslösungen sowie in Zukunftstechnologien wie Wasserstoff und CCS erreicht werden. Mehr hierzu finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH und der DEA Deutsche Erdoel AG hervorgegangen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 2.500 Mitarbeitende aus über 60 Nationen.

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