CALICO: NAK-Musterbucharchiv goes digital

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie startet das Staatliche Textilund Industriemuseum Augsburg (tim) mit einer innovativen Digitaloffensive ins neue Jahr. Im Zentrum: das einzigartige Musterbucharchiv der früheren Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK). Bayerns Kunstminister Bernd Sibler und tim-Museumsdirektor Dr. Karl Borromäus Murr stellten die spannenden Digital-Projekte und die für 2022 geplanten Ausstellungsthemen heute (09.02.2022) der Öffentlichkeit vor.

Interaktive online-Plattform CALICO entwerfen. entdecken. erleben.

555 Bücher mit Stoffdruckentwürfen aus drei Jahrhunderten bilden den zentralen Sammlungsbestand des tim. Das Archiv stammt aus dem Nachlass der Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK) und deren Vorgängerfirmen, beinhaltet sagenhafte rund 1,3 Millionen Muster und ist ausgezeichnet als nationales Kulturgut der Bundesrepublik Deutschland. In diesen faszinierenden Schatz europäischer Mode- und Designgeschichte aus den Jahren zwischen 1786 und 1996 können Interessierte ab sofort auf der neuen interaktiven online-Plattform CALICO eintauchen. Jederzeit auch von zuhause aus.

tim-Museumsdirektor Dr. Karl Borromäus Murr: „Ich bin begeistert von CALICO. Wir nutzen digitale Technik und erwecken damit das einzigartige NAK-Musterbucharchiv des tim als Desktopanwendung im Internet zu neuem Leben. Besucherinnen und Besucher der Website können dabei erstmals mehr als 3.000 historische Muster erkunden. Doch damit nicht genug: mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt CALICO aus diesen 3.000 Mustern 75.000 völlig neue Dessins. Userinnen und User können nach Farben oder bestimmten Mustern aus verschiedenen Epochen suchen und mithilfe der KI neue, individuelle Entwürfe kreieren und nach eigenen Ideen auf zehn historische und gegenwärtige Modesilhouetten kombinieren. Kurz: CALICO lädt Mode- und Designfans auf spielerische Weise ein zum Entdecken, Erleben und Entwerfen.“ 

Wer es selbstausprobieren möchte: calico.timbayern.de (Hinweis: bei CALICO handelt es sich um eine Desktopanwendung zur Nutzung am stationären Rechner.)

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler: „Ich bin beeindruckt, wie großartig das tim historisch einzigartige, kostbare Museumsobjekte mit Hilfe digitaler Technik für die Öffentlichkeit zum Leben erweckt. Das tim beweist damit einmal mehr seine große Innovationsfreudigkeit. Es zeigt beispielhaft, wie gerade angesichts der Corona-Pandemie ein Museum alle Möglichkeiten nutzt, um Menschen an Kulturangeboten teilhaben zu lassen. Gleich ob als Besucher vor Ort oder auch von zuhause aus.“

Dass das tim für die digitale Reise durch sein Musterbucharchiv den Titel CALICO gewählt hat, ist kein Zufall. Laut Murr geht der Begriff auf die historische Bezeichnung „Calico“ für bedrucktes Baumwollgewebe aus dem gleichnamigen Ort in Indien zurück.

„CALICO entdecken. erleben. entwerfen.“ wurde entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

Technisch umgesetzt hat das Projekt CALICO der Kooperationspartner Lab Binaer GbR. Lab for Media Art, Augsburg.

Musterbücher in digitaler Form auf online-Plattform BAVARIKON

Für 2022 verspricht Murr noch ein weiteres spannendes Angebot im Bereich der NAK-Musterbücher. „Momentan digitalisieren wir im Rahmen des vom Freistaat Bayern geförderten Projekts BAVARIKON einen ersten Teil unseres Musterarchivs. Die digitalen Bände werden dann auf der Internetseite www.bavarikon.de der Öffentlichkeit zugänglich sein.“ Die Digitalisierungsarbeiten laufen derzeit noch, der Abschluss des Projekts ist für Mitte des Jahres geplant.

Ausstellung „Design Goals – DeSIGNerinnen setzen Zeichen für textile Nachhaltigkeit“

„The future is design“… Faszinierende Modeentwürfe aus Airbag-Stoffen, Textilresten, Flusen, Orangen oder Herbstlaub – das zeigt die Ausstellung von jungen Designerinnen im tim. Vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen liegt der Fokus ihrer zukunftsweisenden Arbeiten auf einem nachhaltigen Umgang mit dem Material Textil. So zeigt die erste Ausstellung der Designerinnen den kreativen Prozess hinter vielversprechenden Innovationen und gibt Einblicke in analoge und digitale Prozesse des Gestaltens in einer nachhaltigen Welt von morgen.

Design Goals beziehen sich auf die SDGs der Vereinten Nationen (https://sdgs.un.org/goals) und zeigen Design-Lösungen in Form von Produkten, Materialien und Konzepten für die Zukunft: Kreative und technische Lösungen aus bisher ungenutzten Ressourcen. Die jungen Expertinnen setzen so als „complex problem solver“ nachhaltige, gesellschaftlich relevante Statements im Design und Ingenieurwesen. Die Ausstellung wird vom 6. Mai bis 24. September 2022 im Foyer des tim zu sehen sein.

Ausstellung „Sabine Groschup – DER DOPPELTE (T)RAUM“

Das tim bildet in diesem Jahr die große Bühne für Arbeiten der renommierten österreichischen Künstlerin Sabine Groschup. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Groschup wird den mehr als 1.000 Quadratmeter großen Ausstellungsraum des Museums mit seiner beeindruckenden, großfenstrigen Fassade und seinen historischen Stahlsäulen in ein surreales Szenario verwandeln. Sieben jeweils zwölf Meter lange, auf den Webmaschinen im tim hergestellte Stoffbahnen, dienen dabei als Bildträger. Darauf spiegelt Groschup gekonnt die realen Fensterfronten auf beiden Seiten der einstigen Fabrikhalle und verdoppelt damit auf faszinierende Weise den Ausstellungsraum. Sabine Groschup, eine Schülerin der bedeutenden österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, komplettiert die Kulisse durch fünf geheimnisvolle hölzerne Türme. Gekonnt spielt sie durch leicht verschobene Perspektiven der Bauwerke mit den Sehgewohnheiten der Besucher. Jederzeit schlägt die entworfene Raumbühne in eine Traumbühne um. Dadurch setzt sich ein spannungsreiches Wechselspiel von Realität und Traum in Gang, das gleichzeitig das Zentrum des künstlerischen Schaffens von Groschup darstellt. Laufzeit der Ausstellung: 31. Mai bis 9. Oktober 2022.

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