Wohin die Energie in Privathaushalten im Jahr 2024 geflossen ist
Wärme dominiert den Energieverbrauch der Haushalte. Nach Angaben der AGEB lag der Endenergieverbrauch der privaten Haushalte 2024 bei 2.270,3 Petajoule. Davon gingen 66,5 Prozent in die Raumwärme, 15,8 Prozent in warmes Wasser und 6,6 Prozent in sonstige Prozesswärme wie Kochen. Informations- und Kommunikationstechnik kam auf 3,6 Prozent, Beleuchtung auf 1,7 Prozent.
Der Posten für warmes Wasser ist seit 2021 gesunken. Laut der Anwendungsbilanz verbrauchten die Haushalte 2021 noch 405,7 Petajoule für die Warmwasserbereitung, 2024 waren es 358,4 Petajoule. Der Anteil am Gesamtverbrauch blieb dabei mit 15,8 Prozent unverändert, weil der Verbrauch für Raumwärme im selben Zeitraum ebenfalls zurückging.
Wie viel Trinkwasser im Bad verbraucht wird
Das Bad ist der größte Wasserverbraucher im Haushalt. Laut der BDEW-Wasserstatistik vom 26. Februar 2026 lag der Trinkwassergebrauch 2025 bei 122 Litern je Person und Tag, bezogen auf Haushalte und Kleingewerbe. Davon entfielen 36 Prozent auf Baden, Duschen und Körperpflege und 27 Prozent auf die Toilettenspülung. Wäsche waschen kam auf 12 Prozent, Geschirrspülen und Raumreinigung samt Garten auf je 6 Prozent, Essen und Trinken auf 4 Prozent.
Rund zwei Drittel des Trinkwassers fließen damit durch Dusche, Waschbecken und Toilette. Nach Darstellung des BDEW geht der Anteil für Wäsche und Geschirr mit der steigenden Effizienz von Haushaltsgeräten zurück, während die Körperpflege den größten Block bildet. Welche Einsparung Armaturen mit Sensor und Durchflussbegrenzung an Waschbecken bringen, ordnet ein Beitrag über Möglichkeiten und Grenzen sensorgesteuerter Wasserhähne ein.
Welche Energieträger das warme Wasser in Deutschland erzeugen
Gas bleibt die wichtigste Quelle für warmes Wasser. Die AGEB weist den Warmwasserverbrauch über alle Sektoren, also Haushalte, Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, für 2024 mit 417,1 Petajoule aus.
Nach Energieträgern verteilte sich dieser Verbrauch laut der Anwendungsbilanz vom 20. April 2026 wie folgt:
- Gase: 211,5 Petajoule, 50,7 Prozent.
- Mineralöl: 68,2 Petajoule, 16,3 Prozent.
- Strom: 61,6 Petajoule, 14,8 Prozent.
- Erneuerbare Energien: 51,0 Petajoule, 12,2 Prozent.
- Fernwärme: 24,1 Petajoule, 5,8 Prozent.
Der Gasanteil lag laut AGEB 2021 noch bei 54,9 Prozent und ist seither leicht gesunken. Strom hatte nach derselben Bilanz 2014 einen Anteil von 18,2 Prozent, 2024 von 14,8 Prozent; elektrische Durchlauferhitzer und Boiler verlieren damit langsam an Gewicht.
„Beim Heizen kann man im Sommer abschalten, beim warmen Wasser nicht. Deshalb ist die Dusche der Ort, an dem eine Minute weniger jeden Tag des Jahres zählt. Eine Armatur, die Temperatur und Laufzeit anzeigt, macht aus einer Gewohnheit eine Zahl, und Zahlen lassen sich ändern“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wie sich der Wassergebrauch je Person seit 1990 entwickelt hat
Der Verbrauch je Kopf ist über drei Jahrzehnte gefallen. Laut der BDEW-Zeitreihe vom 25. Februar 2026 lag der personenbezogene Wassergebrauch 1990 bei 147 Litern je Einwohner und Tag, 2010 bei 121 Litern. In den trockenen Jahren 2018 bis 2020 stieg er wieder an und erreichte 2020 mit 129 Litern ein Zwischenhoch. Für 2025 weist die Zeitreihe vorläufig 123 Liter aus; die Verwendungsgrafik desselben Verbands vom 26. Februar 2026 nennt 122 Liter.
Den Rückgang seit 1990 führt der BDEW auf die Modernisierung der Wasserversorgung in den ostdeutschen Ländern nach der Wiedervereinigung sowie auf wassersparende Haushaltsgeräte und sanitäre Anlagen zurück. Kurzfristige Anstiege erklärt der Verband mit Krisenzeiten: In den Dürrejahren wurde mehr bewässert, während der Pandemie waren mehr Menschen zu Hause.
Was der Beginn der Heizperiode im Oktober 2026 für das Bad bedeutet
Mit dem Oktober 2026 beginnt die Heizperiode, und die Raumwärme überlagert in der Abrechnung den Posten für warmes Wasser. Anders als die Heizung läuft die Warmwasserbereitung das ganze Jahr, sodass ihr Gewicht in den Sommermonaten größer ist als im Jahresdurchschnitt. Wer den Verbrauch im Bad senken will, setzt deshalb an Duschzeit, Wassertemperatur und Durchfluss an, nicht an der Heizkurve.
Die nächsten Vergleichswerte stehen fest. Die AGEB legt ihre Anwendungsbilanz für das Jahr 2025 nach dem bisherigen Rhythmus im Frühjahr 2027 vor; der BDEW hat den Wert für 2025 als vorläufig gekennzeichnet und aktualisiert seine Wasserstatistik jährlich im Frühjahr.
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