Viele Teilnehmer*innen zählten wenige Vögel

Der Lockdown scheint der Natur zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen: Bei der bundesweiten NABU-Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“, die vom 08. bis zum 10. Januar stattfand, machten so viele Naturfreund*innen mit wie noch nie: Bundesweit haben – Stand heute – rund 164.000 Teilnehmer*innen mehr als 3,9 Mio. Vögel beobachtet.   Auch in Berlin gab es einen Teilnahmerekord: Rund 4.500 Teilnehmer*innen meldeten insgesamt fast 100.000 Vögel. Im Jahr 2020 waren es insgesamt 3.700 Teilnehmer*innen und 82.000 Vögel. Pro Person wurden damit insgesamt auffällig wenige Vögel gemeldet, während sich einige Arten wie die Ringel- und Straßentauben im Vergleich zum Vorjahr deutlich häufiger blicken ließen. Beobachtungen können noch bis zum 18. Januar unter www.nabu.de/onlinemeldung nachgemeldet werden.   Schon am zweiten Zähltag Rekord geknackt Bereits am Samstag zeichnete sich ab, dass es dieses Jahr einen erneuten Teilnahmerekord geben würde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits über 35.000 Meldungen eingegangen, also 80 Prozent mehr an als am zweiten Zähltag im Vorjahr. Was sich jedoch ebenfalls abzeichnete, war, dass sich der regen Beteiligung zum Trotz insgesamt weniger Vögel in den Gärten und Parks befanden. Grund dafür könnte der erneut sehr milde Winter sein. Denn je wärmer und schneeärmer der Winter ist, desto geringer fällt auch die Zahl der Vögel in den Gärten aus. Die Vögel halten sich dann vermehrt nicht in Siedlungsgebieten, sondern in den Wäldern auf, wo sie natürliche Nahrungsquellen finden. Ein weiterer möglicher Grund ist die hohe Anzahl an Neulingen, die im Schnitt weniger Vögel zählen als die routinierten Vogelfreund*innen.   Haussperling hält Top-Position, Ringel- und Straßentaube starten durch Auf dem Treppchen scheint es einen neuen Spitzenreiter zu geben. Nach der ewigen Nummer 1, dem Haussperling, und der Kohlmeise folgt momentan die Ringeltaube auf Platz 3. Sie wurde um 31 Prozent häufiger gemeldet als im Vorjahr. Ein Anzeichen für eine positive Bestandsentwicklung? Auffällig ist auch, dass die Straßentaube, derzeit auf Platz 10, 67 Prozent mehr Meldungen verzeichnete als im Vorjahr. Vermutlich hat die „Vogel des Jahres“-Kampagne dieser Art mehr Aufmerksamkeit verschafft. Ein weiterer interessanter Trend ist bei den Staren zu beobachten, die ihren Vorjahreswert wohl toppen werden. Auch sie profitieren vom milden Winter und ziehen immer seltener in den Süden. Die Blaumeise, die bei der diesjährigen Wahl im Fokus stand, liegt momentan auf Platz 4 sowohl der bundesweiten als auch der Berliner Rangliste. Das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent in Berlin und 15 Prozent bundesweit im Vergleich zum Vorjahr.
 
Die Blaumeise hatte im Frühjahr 2020 erheblich unter einer von dem Bakterium Suttonella ornithocola ausgelösten Epidemie gelitten, die in Teilen Deutschlands zu starken Bestandsrückgängen führte. Die Bestände scheinen sich nach aktuellem Stand der Meldungen noch nicht wieder vollständig erholt zu haben. Eine endgültige Auswertung der Zahlen kann jedoch erst Ende Januar erfolgen, wenn alle Teilnehmer*innen ihre Meldungen eingetragen haben. 
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