Hochgradig effizient & beeindruckend

Die Preisträger des Passive House Award 2021 werden am Freitag bekannt gegeben. Die Jury des internationalen Architekturpreises hat 20 Finalisten bestimmt. Im Rahmen der 25. Internationalen Passivhaustagung verleiht das Passivhaus Institut dann insgesamt 14 Auszeichnungen an die Architekten und Architektinnen der hochgradig effizienten und beeindruckenden Gebäude. Die Verleihung findet in der Historischen Stadthalle Wuppertal statt. Die Zeremonie wird ebenso wie das Eröffnungsplenum und die Jubiläumsfeier der Tagung online im Livestream übertragen.

Insgesamt gingen 87 Beiträge von zertifizierten Passivhaus-Projekten rund um den Globus für den Passive House Award 2021 ein. Die internationale Jury hat 20 Finalisten aus elf Ländern bestimmt und dafür den Blick neben der Architektur der Gebäude auf Wirtschaftlichkeit und Innovation sowie auf die Versorgung mit regenerativer Energie gerichtet. Der Architekturpreis wird im Rahmen der 25. Internationalen Passivhaustagung verliehen. Die Tagung findet aufgrund der aktuellen Corona-Inzidenz für Teilnehmende überwiegend online statt.

14 Auszeichnungen

Das Passivhaus Institut moderiert die Verleihung zusammen mit der Energieagentur Nordrhein-Westfalen, dem Mitveranstalter der 25. Internationalen Passivhaustagung in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Insgesamt werden 14 Auszeichnungen vergeben, die Preisträger sind online zugeschaltet. Die Zeremonie findet am Freitag, 10. September 2021 ab 18.45 Uhr statt und wird für alle Interessenten im Livestream auf der Tagungswebseite übertragen.

Hochwertige Architektur

„Der Passive House Award beweist, dass der Passivhaus-Standard als nachhaltiger Baustandard architektonisch hochwertig und vielseitig umgesetzt wird. Äußerst energieeffizientes Bauen und Sanieren ist mit Blick auf effektives Handeln gegen den Klimawandel unverzichtbar“, erklärt Sabine Stillfried vom Passivhaus Institut, Organisatorin des Passive House Award 2021. Der Architekturpreis wird nach 2010 und 2014 nun bereits zum dritten Mal verliehen. Im Anschluss werden die Finalisten in einem Buch veröffentlicht. Schon jetzt sind weitergehende Informationen zu den 20 internationalen Finalisten auf der Webseite des Passive House Award zusammengestellt.

Hochkarätige Redner:innen

Im Livestream werden auch die Eröffnung der 25. Internationalen Passivhaustagung am Freitagmorgen sowie die Jubiläumsfeier am Abend für alle Interessenten übertragen. Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen sowie Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind eröffnen die Tagung, anschließend sprechen Dirk Mobers von der Energieagentur Nordrhein-Westfalen und Ernst Uhlig, Präsident der Architektenkammer NRW. Die Klimawissenschaftlerin Diana Ürge-Vorsatz wird u.a. Erkenntnisse aus dem aktuellen Bericht des UN-Klimarats IPCC präsentieren. Das Passivhaus Institut zeigt im Eröffnungsplenum Wege zu einem klimaneutralen Gebäudebestand auf. Das Forschungsinstitut stellt ein realistisches Szenario für den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung von Gebäuden vor.

Jubiläumsfeier

Im Anschluss an die Verleihung des Passive House Award findet die Feier zum dreifachen Jubiläum statt: Das weltweit erste Passivhaus in Darmstadt feiert 30. Geburtstag, das Passivhaus Institut begeht sein 25-jähriges Bestehen und die Internationale Passivhaustagung findet bereits zum 25. Mal statt. Schon jetzt ist rund um die Uhr die Passivhaus-Fachausstellung geöffnet, bei der Komponenten für das energieeffiziente Bauen und Sanieren in diesem Jahr online präsentiert werden. Dazu gehören virtuelle Rundgänge, der Kontakt mit den Herstellern wird digital ermöglicht.

16 Vortragsreihen & Exkursionen

An vier Tagen bietet die 25. Internationale Passivhaustagung insgesamt 16 Vortragsreihen mit dem Fokus „Passivhaus – der Schlüssel zum nachhaltigen Bauen“. Neubauprojekte und Sanierungen im Passivhaus-Standard rund um den Globus, ökologische Baustoffe, Lüftungskonzepte sowie Sommerkomfort sind einige der Themen. Die Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch. Zudem stehen zwei Online-Exkursionen zu interessanten Passivhaus-Projekten in Wuppertal und Umgebung auf dem Programm. Aktuelle Informationen gibt es auf der Webseite unter www.passivhaustagung.de sowie in den sozialen Medien unter dem Hashtag #25intPHC.

Allgemeine Informationen

Passivhäuser

Beim Passivhaus-Konzept wird der für Gebäude typische Wärmeverlust durch Wände, Fenster und Dach drastisch reduziert. Durch die fünf Prinzipien – gute Dämmung, dreifach verglaste Fenster, Vermeidung von Wärmebrücken, luftdichte Gebäudehülle sowie Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – benötigt ein Passivhaus nur sehr wenig Energie. Passivhäuser können daher auf ein klassisches Heizsystem verzichten. Passiv“ werden die Häuser genannt, da der größte Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt wird.

In einem Passivhaus hält sich die Wärme sehr lange, da sie nur langsam entweicht. Im Sommer (sowie in warmen Klimaten) ist ein Passivhaus ebenfalls im Vorteil: Dann bewirkt u.a. die gute Dämmung, dass die Hitze draußen bleibt. Eine aktive Kühlung ist daher in Wohngebäuden in der Regel nicht nötig. Durch die niedrigen Energiekosten sind die Nebenkosten kalkulierbar – eine Grundlage für bezahlbares Wohnen und sozialen Wohnungsbau. Ein Passivhaus verbraucht rund 90 Prozent weniger Heizwärme als ein bestehendes Gebäude und 75 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Neubau.

Passivhaus und NZEB

Der Passivhaus-Standard erfüllt die Anforderungen der Europäischen Union an Nearly Zero Energy Buildings. Laut der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD müssen die Mitgliedstaaten die Anforderungen an so genannte Fast-Nullenergiehäuser (NZEB) in ihren nationalen Bauvorschriften festlegen. Die Richtlinie der EU ist seit Januar 2019 für öffentliche Gebäude in Kraft und gilt für alle anderen Gebäude seit 2021.

Pionierprojekt

Das weltweit erste Passivhaus errichteten vier private Bauherren, darunter Prof. Wolfgang Feist, vor 30 Jahren in Darmstadt-Kranichstein. Die Reihenhäuser gelten seit dem Einzug der Familien 1991 als Pionierprojekt für den Passivhaus-Standard. Das Pionier-Passivhaus nutzt mit seiner neuen Photovoltaikanlage nun auch erneuerbare Energie und erhielt das Zertifikat zum Passivhaus Plus.

Passivhaus und erneuerbare Energie

Der Passivhaus-Standard und die Erzeugung erneuerbarer Energie direkt am Gebäude sind eine gute Kombination. Für dieses Versorgungskonzept gibt es die Gebäudeklassen „Plus“ und „Premium“.

Passivhäuser

Mittlerweile gibt es Passivhäuser für alle Nutzungsarten: Neben Wohn- und Bürogebäuden existieren auch Kitas und Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder und Fabriken als Passivhäuser. In Frankfurt am Main entsteht gerade die weltweit erste Passivhaus-Klinik. Das Interesse steigt stetig. Mit Blick auf den Ressourcenverbrauch der Industrieländer sowie den Klimaschutz realisieren Kommunen, Unternehmen und Privatleute einen Neubau oder eine Sanierung zunehmend im Passivhaus-Standard.

Über Passivhaus Institut

Das Passivhaus Institut mit Sitz in Darmstadt ist ein unabhängiges Forschungsinstitut zur hocheffizienten Nutzung von Energie bei Gebäuden. Das von Prof. Wolfgang Feist gegründete Institut belegt eine internationale Spitzenposition bei der Forschung und Entwicklung zum energieeffizienten Bauen. Prof. Feist erhielt u.a. den DBU-Umweltpreis für das Passivhaus-Konzept.

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