Unterstützende Worte zum Auftakt
Die 1. Bürgermeisterin Gülistan Yüksel sprach das Grußwort am Nachmittag mit sehr unterstützenden Worten. Sie betonte, dass die Organspende ein zutiefst menschliches Thema sei, das verständlicherweise viele Fragen aufwerfe – umso wichtiger sei eine Plattform, die das konkrete Vorgehen transparent und verständlich erkläre.
„Ein Dokument der Haltung“: Philosophische Impulse und medizinische Fakten
Besonders bewegend waren die Worte des Ärztlichen Direktors der Städtischen Kliniken, Prof. Dr. Huan Nguyen. Er beleuchtete das Thema aus einer asiatisch-philosophischen Perspektive:
„Für mich ist Organspende ein ethisches Statement für ein Leben nach einem Leben. Ein Organspendeausweis ist kein Dokument des Todes, sondern ein Dokument der Haltung – ein Zeichen von Mitmenschlichkeit und Verantwortung. Wir können unsere Sterblichkeit nicht verhindern. Aber wir können entscheiden, welche Bedeutung wir ihr geben. Aus einem tragischen Ende entsteht neues Leben.“
Wie diese Haltung im medizinischen Alltag verankert ist, erklärten hochkarätige Experten. Die Notfall- und Intensivmediziner Dr. med. Tim Lange und Uwe Baum (Transplantationsbeauftragte der Städtischen Kliniken) gaben Einblicke in die internen Abläufe und die Begleitung von Patient:innen. Prof. Dr. med. Kerim Beseoglu (Universitätsklinikum Düsseldorf) räumte in seinem Vortrag mit Mythen auf und erläuterte die unumstößliche, gesetzlich streng geregelte Sicherheit bei der Feststellung des Hirntods durch zwei unabhängige Fachärzte. Prof. Dr. med. Udo Boeken (ebenfalls Uniklinik Düsseldorf) ergänzte dies durch Einblicke in die vergangene und die heutige, moderne Herztransplantationsmedizin.
Emotionale Berichte aus dem Leben
Wie alternativlos und lebensrettend die Transplantationsmedizin ist, machten die Berichte von Norbert Longerich und Günther Breitenberger greifbar. Breitenberger, der vor neun Jahren ein Spenderherz erhielt, berührte das Publikum zutiefst, als er schilderte, wie das fremde Organ zu seinem eigenen wurde und ihm ein normales Leben zurückgab – trotz der verbleibenden, täglichen Herausforderungen und Risiken.
Ein Tattoo als Willenserklärung: Die OPTINK-Aktion
Ein optisches Highlight der Veranstaltung war die Aktion des Viersener Tattoo-Studios Art of Eternity rund um Stefan Muler. Das Team stach vor Ort rund 35 kostenlose „OPTINK“-Tattoos – ein minimalistisches Kreissymbol, das als unmissverständliche Willenserklärung für die Organspende dient und Angehörige im Ernstfall entlasten soll. Prof. Nguyen ging hierbei selbst mit gutem Beispiel voran und ließ sich als Erster das Motiv unter die Haut setzen, um seine persönliche Haltung zu untermauern.
Dank der Unterstützung zahlreicher Partner – darunter das Netzwerk Organspende NRW, Transplantiert e.V., der Mönchengladbacher Herzpark, die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BiöG) und die Selbsthilfe Organtransplantierter NRW – bot der Nachmittag, bei Kaffeespezialitäten vom Barista Bike und Eiscreme vom Eiscafé Toni, eine rundum gelungene und sensible Plattform für ein Thema, das letztlich uns alle betrifft.
In den Städtischen Kliniken Mönchengladbach, dem Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, werden pro Jahr rund 100.000 Patient:innen mit modernsten Verfahren ambulant und stationär behandelt. Die Ausstattung mit Medizintechnik der jüngsten Generation sorgt dafür, dass das Eli für viele innovative Operationsmethoden führend in der Region ist. Systematische Kooperationen wie beispielsweise mit der Uni-Klinik Düsseldorf tragen zum hohen Standard bei. Die Klinik legt großen Wert darauf, aus ihren 2.000 Mitarbeiter:innen ein echtes Team zu formen. Respekt, Verantwortung und Freundlichkeit sind grundlegend: unter den Mitarbeitenden und gegenüber den Patient:innen. Das Elisabeth-Krankenhaus ist einer der größten Arbeitgeber in Mönchengladbach. Es versteht sich als verwurzelter Teil der Region und pflegt daher den Austausch mit Institutionen, Vereinen und Unternehmen der Stadt.
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