Künstliche Intelligenz in der Bildung – IQSH erhielt Förderbescheid über 200.000 Euro vom Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter für die Entwicklung einer mitlernenden App zur Leseförderung

„Künstliche Intelligenz (KI) birgt für viele Bereiche in der Bildung Potenziale zur Weiterentwicklung und kann auch zur Unterstützung des Lernens eingesetzt werden“, sagte Dr. Gesa Ramm, Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). „Ich freue mich daher sehr, dass wir für unser Projekt zur Leseförderung ‚120 Wörter pro Minute‘ vom Land im Rahmen der Strategie zur Künstlichen Intelligenz eine Mittelzusage über 200.000 Euro erhalten.“ Sie empfände es als besondere Wertschätzung, dass der Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter diese Zusage heute (16. September) persönlich überbracht habe.

„Digitale Medien haben längst Einzug in den Schulalltag gehalten. Daher wird auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Bestandteil von Unterrichtsgestaltung immer wichtiger“, sagte Staatssekretär Dirk Schrödter. Das Land setze seinen KI-Handlungsrahmen Stück für Stück um und forciere so den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in allen Lebensbereichen: „Dazu gehört auch die Digitalisierung in der Bildungslandschaft, um die Qualität des Lernens und Lehrens in Schleswig-Holstein noch weiter zu verbessern“, so Schrödter.

„Mit den 200.000 Euro werden wir innerhalb des nächsten Jahres eine App entwickeln lassen, die Grundschulkindern ein mitlernendes KI-gestütztes Leseflüssigkeitstraining ermöglicht“, erläuterte Ramm das Vorhaben des IQSH. Ziel sei es, dass Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit 120 Wörter pro Minute flüssig lesen könnten. „Wir alle wissen, wie wichtig es in Schule, Studium, Beruf und Alltag ist, gut und auch sinnentnehmend lesen zu können“, so Ramm. Lesen sei eine Schlüsselkompetenz und die Basis für eine Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Studien wie PISA (2018) und IGLU (2016) und auch der Bildungstrend zeigten aber, dass die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler dringend förderbedürftig bleibe. „Mit unserem Projekt „Niemanden Zurücklassen – Lesen macht stark“ für die Grundschule verfolgen wir seit dem Schuljahr 2014/15 genau dieses Ziel.“

Die App solle fester Bestandteil des neuen ergänzenden Trainingsmaterials werden, das jetzt schon an über 100 Grundschulen mit eigens dafür entwickelten Lehrer- und Schülermaterialien eingesetzt werde. „Die App wird die Lehrkräfte zunächst bei der Instruktion, das heißt bei den Handlungsanweisungen an die Schülerinnen und Schüler, entlasten. Zudem wird sie die Lehrkräfte bei der Diagnostik und Leistungsüberprüfung unterstützen und den Schülerinnen und Schülern präzise Rückmeldungen geben, was diese schon beherrschen und was sie noch üben müssen“, beschrieb Ramm die Leistungen der App. Für die Schülerinnen und Schüler sei solch eine konkrete Rückmeldung sehr motivierend, weil so der eigene Lernprozess begleitet werde. „Die Kinder lesen einen vorgegebenen Text, das System misst präzise die Lesegeschwindigkeit, die Lesegenauigkeit und die Intonation und macht Vorschläge für das zu bearbeitende Leistungslevel. Am Ende eines Levels müssen die Kinder einen Levelcheck absolvieren, um ins nächst höhere Leistungslevel aufsteigen zu können“, so Ramm. Dieser Check könne bisher nur durch die Lehrkraft vorgenommen werden, was sehr zeitaufwändig und nicht immer ganz genau ausfalle, weil die Lesegeschwindigkeit subjektiv beurteilt werde und die Anzahl der Fehler nicht akribisch notiert werden könne. Nun werde die Lehrkraft von dieser Aufgabe entlastet und könne diese Zeit sinnvoller für eine individuelle Betreuung der Kinder nutzen.

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