DAV-Vorsitzender Thomas Dittrich: Apotheken haben Zukunft, wenn sie Digitalisierung konsequent nutzen

Die Apotheke der Zukunft muss die Potenziale der Digitalisierung konsequent nutzen, um die Patientinnen und Patienten durch das vielfältige Angebot digitaler Leistungen zu navigieren und somit ihre Aufgabe als wohnortnahe Versorgungs- und Anlaufstelle zu stärken. „Für die meisten Patienten wird auch in Zukunft eine ausschließlich digitale Interaktion mit Heilberuflern nicht die Wunschvorstellung sein“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), auf der heutigen Wirtschaftskonferenz „Apotheken zwischen Jahresbilanz und Zukunftsperspektive“: „Die meisten Menschen werden auch in Zukunft den persönlichen und vertrauten Kontakt bevorzugen. Mit unserer sozialen Kompetenz und neuen digitalen Möglichkeiten werden wir den Patienten in der Apotheke seiner Wahl auch in Zukunft bestmöglich versorgen.“ Das E-Rezept und das Verbändeportal der Apotheken seien konkrete Beispiele für das langfristige Engagement des DAV im Rahmen seiner Digitalstrategie.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hätten sich die Apotheken vor Ort enorm engagiert, sagt Dittrich: „Mit viel Ideenreichtum, Flexibilität, Zuverlässigkeit und einem hohen Maß an Pragmatismus übernehmen wir neue Aufgaben und damit Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung. Im Gegenzug fordern wir aber auch, dass unsere Leistungen angemessen honoriert werden. Hier können und werden wir keine Ruhe geben.“ Aber auch Handlungsspielräume und Freiheiten im Versorgungsalltag seien wichtig für die Apotheken: „Wie Bürokratieabbau erfolgreich funktionieren kann, haben wir mit unserem verantwortungsvollen Umgang im Zuge der SARS-CoV-2 Arzneimittelversorgungsverordnung gezeigt. Daher begrüßen wir es sehr, dass die Erleichterungen bei der Abgabe von Arzneimitteln zumindest bis Mai 2022 verlängert werden und fordern weiterhin, diese ohne Beschränkung auf die Pandemie zu verstetigen.“

Darüber hinaus sieht der DAV ein Aufgabenfeld in der Etablierung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen. Erste Leistungen werden derzeit mit dem Spitzenverband der Krankenkassen verhandelt. „Wir haben jetzt die einmalige Chance zu zeigen, welchen Nutzen wir Apotheken vor Ort für die Gesellschaft abseits der Arzneimitteldistribution zusätzlich erbringen können“, sagt Dittrich: „Unsere Angebote sind Teil einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung, nützen den Patientinnen und Patienten und werden auch zu einer Entlastung unseres Gesundheitssystems beitragen.“

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