Cannabis: Keine Regulierung ohne Stärkung der Prävention

Trotzdem uns die Konflikte in Europa und die ersten Schritte raus aus der Pandemie stark beschäftigen, gibt es weitere gesellschaftliche Themen. Eines davon: Cannabisregulierung. Im Fokus hierbei stehen Fragen, die nur in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis beantwortet werden können. Wie gelingt der Schutz von Kindern und Jugendlichen angesichts der geplanten Abgabe an Erwachsene zu Genusszwecken? Wieviel Präventionswissen gibt es in Schule, Jugendarbeit oder Sport? Wie kann Cannabisabhängigkeit vorgebeugt werden?

Deutschlandweit ist Cannabis neben Alkohol und Tabak die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz, sowohl unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen als auch bei Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren (Europäischer Drogenbericht, 2021). Neben den erwünschten Wirkungen bestehen insbesondere für junge Menschen vielerlei Risiken. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass je früher und regelmäßiger Jugendliche konsumieren, desto höher das Risiko einer bleibenden Abhängigkeit ist. Daher gilt es zum einen, besonders Jugendliche für die Risiken zu sensibilisieren und vor frühzeitigem Konsumbeginn zu schützen. Zum anderen müssen junge Erwachsene in ihrer Risikokompetenz gefördert werden – und das besonders angesichts der psychischen Belastungen als Begleiterscheinung der Covid19-Pandemie.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizensierten Geschäften geplant. „In diesen Prozess sind Präventionsexpertinnen und -experten einzubeziehen.“ fordert Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Berliner Suchtpräventionsfachstelle und ergänzt: „Zum Beispiel bedarf es geschulter Cannabis-Fachverkäuferinnen und -verkäufer, die dazu beitragen, einen risikoarmen Umgang mit Cannabis bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu fördern.“

Um über Fragen rund um wirkungsvolle und nachhaltige Prävention von riskantem Cannabiskonsum ins Gespräch zu kommen, veranstaltet die Fachstelle für Suchtprävention Berlin am 7. April 2022 eine Digitale Fachtagung.

Welche Aufgaben kommen bereits jetzt auf Politik, Prävention, Fachkräfte und Pädagog*innen zu und ergeben sich aus dem geplanten Vorhaben auch Chancen? Anke Timm, Geschäftsführerin der Berliner Suchtpräventionsfachstelle, blickt erwartungsvoll auf den Dialog: „Für Fachpersonen in den verschiedenen Settings stellt sich schon längst die Frage zum angemessenen Umgang mit der aktuell noch illegalen Substanz sowie Jugendschutzaspekten nach Einführung des Cannabiskontrollgesetzes. Namhafte Experten, wie Urs Rohr aus Zürich oder Jens Kalke aus Hamburg, liefern uns „Denk-Zündstoff“ für die Diskussionen.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und dem Programm sowie das Anmeldeformular finden Sie hier: https://www.berlin-suchtpraevention.de/veranstaltungen/online-fachtagung-cannabispraevention-fuer-jugendliche/

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